Ich bin Kalin Mihaylov, Architekt und Designer mit einer tiefen Bewunderung für die traditionelle bulgarische Baukunst und die stille Magie des Landlebens. Im Jahr 2010 entdeckte ich ein verlassenes Haus im kleinen Weiler Karashka. Erbaut im Jahr 1921 – verwittert, halb eingestürzt, längst vergessen. Doch als ich es zum ersten Mal sah, erkannte ich nicht nur Ruinen. Ich sah eine Geschichte, die wieder erzählt werden wollte. Ich sah ein Kulturerbe, das es verdient, erhalten zu werden. Und ich sah ein Zuhause.

Was mich dazu inspirierte, dieses alte Haus zu kaufen und zu restaurieren, war nicht nur seine Bausubstanz – es war seine Seele. Als Gestalter glaube ich fest daran, dass die schönsten Räume jene sind, die im Einklang mit der Natur stehen. Dieses Haus, mit seinem steinernen Fundament, den Holzbalken und den weiß getünchten, dicken Wänden, trug in jeder Ritze Spuren vergangener Zeiten. Es wieder zum Leben zu erwecken, fühlte sich wie eine Berufung an.

Karashka – ein Rückzugsort mit Seele

Karashka ist kein Ferienhaus im klassischen Sinne. Es ist ein Ort, an dem die Zeit langsamer vergeht. Wo morgens nur die Vögel zu hören sind und sich die Fenster zu sanft geschwungenen, grünen Hügeln öffnen – im schönsten Teil des Nationalparks Zentralbalkan. Das Dach ist noch immer mit alten Steinschindeln gedeckt, und die einstige Scheune dient heute als gemeinschaftlicher Raum für Gäste – zum Essen, Erzählen oder einfach nur zum Durchatmen.

Was diesen Ort für Gäste so besonders macht, ist seine Echtheit. Hier gibt es keinen künstlichen „Landhausstil“ – hier ist das echte Landleben spürbar. Wo immer möglich, habe ich die originalen Materialien und die ursprüngliche Raumaufteilung bewahrt. Jede Entscheidung wurde mit Respekt gegenüber der traditionellen Bauweise getroffen. Besonders Gäste aus Deutschland, Belgien oder Spanien erzählen mir oft, wie geerdet sie sich hier fühlen. Sie kommen auf der Suche nach Authentizität – und reisen mit einem tiefen Gefühl der Verbundenheit ab. Nicht nur mit Bulgarien, sondern mit einem entschleunigten, sinnvollen Lebensrhythmus.

Magie zwischen Bergen und Wildnis

Doch es ist nicht nur das Haus, das Karashka so besonders macht – es ist die umgebende Natur. Am Rande des Balkangebirges gelegen, bieten sich von Garten und Fenster aus atemberaubende Ausblicke. Endlose, bewaldete Hügel reichen bis zum Horizont, der sich an klaren Tagen in Schichten aus Grün und Blau verliert – friedlich und unberührt.

Die Region ist reich an Wildtieren: Hirsche, Wildschweine, Füchse, Adler und sogar Bären gehören hier zum natürlichen Rhythmus. Wer achtsam und still ist, kann sie beim Morgenkaffee oder auf einem Spaziergang über die nahegelegenen Pfade beobachten. Die Artenvielfalt in dieser Gegend ist ein verborgener Schatz und verleiht jedem Aufenthalt eine besondere Tiefe und Harmonie.

Gastfreundschaft mit Herz und Geschichte

Gastgeber zu sein bedeutet für mich mehr als nur eine Unterkunft anzubieten – es bedeutet, eine Geschichte zu teilen. Ich heiße jeden Gast nicht nur in meinem Haus willkommen, sondern in einem Teil meines Lebenswerks und meiner Leidenschaft. Wenn jemand unter dem alten Weinstock sitzt, durch den Wald streift oder in der Holzscheune zur Ruhe kommt, habe ich das Gefühl, ihm etwas Echtes und Seltenes schenken zu dürfen.

Karashka ist ein Ort zum Abschalten – und zum Wiederentdecken.

Ich bin dankbar, diesem alten Haus ein zweites Leben schenken zu dürfen – im Sinne nachhaltiger Architektur – und meinen Gästen die Möglichkeit, etwas Unvergessliches zu erleben.